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BAPID II neu aufgelegt: Rollenprofile und Berufsbilder in der Pflege überarbeitet
Die zweite, überarbeitete Auflage von BAPID II (Bildungsarchitektur der Pflege in Deutschland) zu den „Rollenprofilen und Berufsbildern“ ist veröffentlicht worden. Grundlage der Neufassung ist die Überarbeitung der Kompetenzprofile im Projekt BAPID III. Im Zuge dessen wurde die bisherige Unterscheidung zwischen „komplexen“ und „hochkomplexen“ Pflegesituationen aufgegeben. Die Differenzierung orientiert sich künftig konsequent an der professionellen Verantwortung.
„Pflege braucht klare, praxistaugliche Rollenprofile“, betont Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats. „Die zweite Auflage von BAPID II beschreibt präziser, welche Verantwortung Pflegefachpersonen und akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen übernehmen. Das schafft fachliche Klarheit, stärkt die Praxisnähe und fördert die Professionalisierung der Pflege.“
Analysen und praxisnahe Abstimmungen hatten gezeigt, dass die Begriffe „komplex“ und „hochkomplex“ fachlich zu ungenau, stark kontextabhängig und in der praktischen Anwendung schwer nutzbar sind. Hinzu kommt, dass Pflegefachpersonen (BAPID Typ III) und akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen (BAPID Typ IV) in der Versorgung häufig dieselben zu pflegenden Personen begleiten. Eine Abgrenzung über Komplexitätsgrade bildet die Versorgungsrealität daher nicht angemessen ab.
„Die bisherige Differenzierung über Komplexitätsgrade hat sich weder fachlich noch praktisch bewährt“, erklärt Katharina Genz, Pflegewissenschaftlerin im Projekt BAPID an der CAU Kiel. „Die überarbeiteten Rollenprofile orientieren sich nun konsequent an der professionellen Verantwortung. Die Abgrenzung zwischen den Qualifikationsniveaus erfolgt nicht mehr über die Eigenschaften der zu pflegenden Personen, sondern über die Art und Tiefe des pflegerischen Handelns.“
Darüber hinaus habe sich gezeigt, dass die Begriffe „komplex“ und „hochkomplex“ eine implizite Hierarchisierung innerhalb der Pflege begünstigen. Unterschiedliche Qualifikationsniveaus würden dadurch mit vermeintlich „einfachen“ oder „höherwertigen“ Pflegesituationen verbunden. Dies widerspreche einem professionsbezogenen Verständnis von Pflege und erschwere sowohl die Zusammenarbeit im Team als auch die Akzeptanz akademischer Pflege.
Pflegefachpersonen tragen die Verantwortung für eine fachgerechte pflegerische Versorgung und deren Sicherstellung. Akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen übernehmen zusätzlich die wissenschaftliche Fundierung, Reflexion und Weiterentwicklung pflegerischer Praxis.
Mit der zweiten, überarbeiteten Auflage von BAPID II werden die in BAPID III entwickelten und praxisvalidierten Kompetenzlogiken in aktualisierte Rollenprofile und Berufsbilder übertragen. Ziel ist es, fachliche Klarheit zu erhöhen, die Praxisnähe zu stärken und die Professionalisierung sowie eine differenzierte Rollenentwicklung in der Pflege zu unterstützen.
Hintergrund: Das Projekt BAPID (Bildungsarchitektur der Pflege in Deutschland) wurde im Auftrag des Deutschen Pflegerats an der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel unter Leitung von Prof. Dr. Wolfgang von Gahlen-Hoops durchgeführt. Veröffentlicht sind bislang die Bildungsmatrix aus BAPID I, die nun in zweiter, überarbeiteter Auflage vorliegenden Rollenprofile und Berufsbilder aus BAPID II sowie die Kompetenzprofile aus BAPID III. Ermöglicht wurde das Projekt durch die Förderung des Deutschen Pflegerats seitens des Bundesministeriums für Gesundheit auf Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

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