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Internationaler Tag der Pflegenden: DBfK veröffentlicht Ergebnisse zur Befragung „Pflege, wie geht es dir?“

Professionell Pflegende identifizieren sich weiterhin stark mit ihrem Beruf, erleben ihn als sinnstiftend und zeigen eine hohe Bereitschaft, mehr Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig wächst die Unzufriedenheit über mangelnde Beteiligung, fehlende Transparenz und unzureichende Anerkennung. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Befragung „Pflege, wie geht es dir?“ des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), deren Ergebnisse anlässlich des Internationalen Tags der Pflegenden veröffentlicht werden.

An der Online-Befragung haben sich im Jahr 2026 mehr als 3.000 beruflich Pflegende beteiligt. „Die Ergebnisse zeigen sehr klar: Pflegefachpersonen wenden sich nicht von ihrem Beruf ab. Sie wenden sich gegen Bedingungen, unter denen professionelle Pflege dauerhaft an ihre Grenzen gebracht wird“, sagt DBfK-Präsidentin Vera Lux.

Die Auswertung macht deutlich, dass 83 Prozent der Teilnehmenden ohne Leitungsverantwortung ihren Beruf als sinnstiftend empfinden. Gleichzeitig stimmen nur rund drei Prozent der Aussage uneingeschränkt zu, dass die Kompetenz von Pflegefachpersonen gesellschaftlich anerkannt wird. 76 Prozent der Befragten erklären zudem, bereit zu sein, mehr Verantwortung zu übernehmen. Nach Einschätzung des DBfK trifft diese Verantwortungsbereitschaft jedoch auf Strukturen, die echte Beteiligung ausbremsen.

Wechselbereitschaft und Ausstiegsgedanken nehmen zu

Zugleich zeigt die Befragung eine steigende Wechselbereitschaft. 20 Prozent der Pflegefachpersonen ohne Führungsverantwortung haben in den vergangenen zwölf Monaten mehrmals pro Woche oder täglich darüber nachgedacht, den Arbeitgeber zu wechseln. 16 Prozent dachten mit derselben Häufigkeit darüber nach, den Pflegeberuf ganz zu verlassen.

Besonders kritisch beurteilen die Befragten ihre Arbeitsauslastung sowie die fehlende Wertschätzung durch Arbeitgeber und Führungskräfte. Deutlich positiver wird dagegen die Zusammenarbeit im Team bewertet. Für den DBfK ist das ein klares Signal: Die Probleme liegen nicht in der Pflege selbst oder in den Teams, sondern in den Strukturen, unter denen Pflege organisiert wird.

Auch beim diesjährigen Schwerpunkt Führung zeigt sich aus Sicht des Verbands ein deutlicher Veränderungsbedarf. Zwar erleben viele Befragte Handlungsspielräume, zugleich benennen sie Defizite bei Transparenz, Konfliktlösung und Veränderungskultur. Nur 22 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Veränderungen in ihrer Organisation gemeinsam und partizipativ gestaltet werden.

Pflegebudget aus Sicht des DBfK nicht begrenzen

Besondere Relevanz erhalten die Ergebnisse vor dem Hintergrund aktueller gesundheitspolitischer Debatten. Krankenhausreform, Pflegepersonalbemessung, Primärversorgung und die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung werden derzeit neu verhandelt. Nach Auffassung des DBfK darf dabei nicht erneut über Pflege entschieden werden, ohne Pflegefachpersonen verbindlich einzubeziehen.
Dies zeige sich auch beim Blick auf das Pflegebudget. Teilnehmende mit Budgetverantwortung und Führungsfunktion in der Pflege bewerten es überwiegend als sinnvoll und wirksam. Nach Einschätzung des DBfK schafft es Spielräume für pflegerische Kernaufgaben, Professionalisierung, Rollenentwicklung und Innovation.

Gleichzeitig bleibt die tatsächliche Beteiligung der Pflege an Budgetverhandlungen gering. Nur 15 Prozent der Befragten mit Führungsfunktion geben an, direkt an Verhandlungen zum Pflegebudget beteiligt zu sein. „Das Pflegebudget ist nicht das Problem. Problematisch ist, dass sein Potenzial noch immer nicht konsequent genutzt wird“, so Vera Lux mit Blick auf die im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz geplante Deckelung des Pflegebudgets. „Hier werden nicht ‚abstrakte Kosten‘ begrenzt, sondern konkret die Entwicklungsmöglichkeiten der Pflege: bessere Personalausstattung, Entlastung, Digitalisierung, neue Rollenprofile und die Weiterentwicklung professioneller Pflege. Das wäre ein Rückschritt zur Unzeit.“

DBfK fordert stärkere Mitgestaltung durch die Pflege

Zum Internationalen Tag der Pflegenden am 12. Mai richtet der DBfK deshalb einen deutlichen Appell an Politik und Einrichtungen. Wer die Versorgung sichern wolle, müsse die Pflege als Profession stärken. „Pflege darf nicht länger nur Gegenstand politischer Entscheidungen sein“, sagt Lux. „Sie muss Mitgestalterin von Versorgung werden – im Krankenhaus, in der Langzeitpflege, in der ambulanten Versorgung und in der Primärversorgung. Die Ergebnisse unserer Befragung zeigen: Die professionell Pflegenden sind bereit, Verantwortung zu übernehmen. Jetzt müssen Politik und Arbeitgebende endlich die Strukturen schaffen, damit sie das auch können.“

Zur Befragung: Die Online-Befragung „Pflege, wie geht es dir?“ wird seit 2024 jährlich vom DBfK durchgeführt. An der Erhebung 2026 konnten vom 1. März bis 6. April alle beruflich Pflegenden teilnehmen – unabhängig von einer Mitgliedschaft im DBfK. Insgesamt beteiligten sich 3.003 Personen. Die Befragung ist nicht repräsentativ, soll aber als wiederkehrendes Stimmungsbarometer zentrale Entwicklungen in der professionellen Pflege sichtbar machen.

Ausführliche Ergebnisse der Befragung und Kurzversion

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