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Charité definiert erstmals den Handlungsrahmen für Bachelor Nurses
Für Pflegefachkräfte mit Bachelor-Abschluss gelten an der Charité – Universitätsmedizin Berlin ab sofort neue Standards. Mit dem „Scope of Practice“ legt die Charité erstmals präzise fest, welche Aufgaben Bachelor Nurses, also akademisch qualifizierte Pflegefachkräfte, im klinischen Alltag übernehmen können. Nach Angaben der Charité ist sie damit das erste Universitätsklinikum in Deutschland, das ein solches Konzept flächendeckend einführt und die Profession Pflege auf diese Weise gezielt stärkt. Zugleich greift die Universitätsmedizin damit eine Entwicklung auf, die auch der Gesetzgeber mit dem Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP) angestoßen hat.
Evidenzbasierte Pflege stärker in der Praxis verankern
Anlässlich des Tags der Pflegenden veröffentlicht die Charité den neuen Handlungsrahmen für Bachelor Nurses. Darin wird akademisch ausgebildeten Pflegefachkräften mit entsprechendem Abschluss ein klar definierter Verantwortungsbereich für den Arbeitsalltag zugeordnet. Festgelegt werden unter anderem Kompetenzen, die sie im Studium erwerben und die sie nach erfolgreichem Abschluss dazu befähigen, bestimmte bislang ärztlich vorbehaltene Tätigkeiten eigenverantwortlich zu übernehmen.
Hintergrund für die Entwicklung des Konzepts ist unter anderem das seit Januar 2026 geltende BEEP-Gesetz, das insbesondere die Kompetenzen akademisierter Pflegefachkräfte erweitert.
Klare Kompetenzprofile sollen Qualität und Sicherheit stärken
Die professionellen klinischen Standards für Bachelor Nurses an der Charité umfassen acht zentrale Kompetenzbereiche. Diese sollen eine evidenzbasierte, sichere und patientenzentrierte Pflege unterstützen. Sie reichen über den gesamten Pflegeprozess – von der Analyse über die Planung bis zur Evaluation – und beziehen ausdrücklich auch Forschung und Lehre mit ein. Zusammengefasst werden diese Standards in den acht Fundamenten der professionellen klinischen Praxis.
Prof. Joachim Spranger, Dekan der Charité, erklärt: „Ich begrüße die zunehmende Akademisierung der Pflege und die Tatsache, dass damit auch veränderte Aufgabenfelder verbunden sind. Die Bachelor Nurses sind zusätzlich zur beruflichen Kompetenz auch wissenschaftlich qualifiziert. Sie werden evidenzbasiertes und eigenverantwortliches Arbeiten in der Pflege noch stärker als ohnehin schon etablieren. Ich freue mich, dass sie künftig erweiterte klinische Aufgaben übernehmen können, dazu gehören auch delegierte ärztliche Tätigkeiten. Damit tragen die Bachelor Nurses künftig aktiv zur Qualitätssicherung, einer interprofessionellen Forschung und Lehre sowie der professionellen Weiterentwicklung der Pflege bei.“
Wissenschaftliche Pflege näher an der Versorgung
Mit dem neuen Konzept übernehmen Bachelor Nurses an der Charité mehr Verantwortung und gestalten die pflegerische Versorgung stärker mit. Sie bringen wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar in die Praxis ein und beteiligen sich an Forschungsprojekten der Charité. Zugleich prüfen sie regelmäßig die Wirksamkeit von Pflegekonzepten und Maßnahmen. Ziel ist eine Versorgung, die sich kontinuierlich weiterentwickelt und sich konsequent an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten orientiert.
„Der ‚Scope of Practice‘ ist ein Meilenstein für die Pflege“, betont Carla Eysel, Vorstand Personal und Pflege der Charité. „Mit diesem klaren Kompetenzrahmen stärken wir nicht nur die Rolle unserer akademisch ausgebildeten Pflegekräfte, sondern vor allem die Qualität der Patientenversorgung. Die Bachelor Nurses bringen fundiertes Wissen und innovative Ansätze in die Praxis ein – das kommt direkt den Menschen zugute, die auf unsere Arbeit angewiesen sind. Als Charité übernehmen wir hier bewusst eine Vorreiterrolle, denn gute Pflege braucht klare Rollen und Kompetenzen.“
Charité sieht sich als Vorreiterin
Nach Angaben der Charité zeigen internationale Studien, dass klare Kompetenzregelungen die Behandlungsqualität verbessern können. In Ländern wie Australien, Kanada oder den Niederlanden arbeiten Bachelor Nurses bereits seit vielen Jahren eigenständig in erweiterten Rollen. Die Charité versteht ihren „Scope of Practice“ daher als richtungsweisendes Modell für Deutschland. Das Konzept wurde patentieren lassen, zugleich hofft die Universitätsmedizin, dass weitere Kliniken diesem Beispiel folgen.

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