Foto: (v.l.): Kathleen Steinke, Johannes Wünscher, Prof. Dr. Dieter Heitmann, Ines Zabel, Ulla Tischler, Svenja Schäfer, Kathleen Gernandt, Silke Boddin, Saskia Braun (c) Klinikum Ernst von Bergmann

Bessere Zusammenarbeit in Pflegeteams: Forschungsprojekt KoNtAkT erfolgreich abgeschlossen

Wie kann gute Pflege gelingen, wenn die Anforderungen in der Versorgung komplexer werden und sich zugleich die Qualifikationswege in der Pflege verändern? Mit dieser Frage befasste sich seit Ende 2024 das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Kooperative Neugestaltung für Akzeptanz im Team: Implementierung hochschulisch qualifizierter Pflegefachpersonen“ – kurz KoNtAkT. Am 20. Mai 2026 stellten das Klinikum Ernst von Bergmann und die Evangelische Hochschule Bochum im Rahmen einer Abschlussveranstaltung zentrale Ergebnisse des Projekts vor.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie hochschulisch qualifizierte Pflegefachpersonen besser in bestehende Pflegeteams eingebunden werden können und wie sich dies auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten auswirkt. Das über 18 Monate laufende Projekt wurde vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert und gemeinsam von Forschenden der Evangelischen Hochschule Bochum sowie Pflegeexpertinnen und -experten des Klinikums Ernst von Bergmann umgesetzt. Ziel war es, neue Formen der Zusammenarbeit zwischen beruflich und akademisch qualifizierten Pflegefachpersonen zu entwickeln und im Klinikalltag zu erproben.

„Die Anforderungen in der Pflege haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert“, erklärte Prof. Dr. Dieter Heitmann von der Evangelischen Hochschule Bochum. „Pflege wird wissenschaftlicher, komplexer und interdisziplinärer. Gleichzeitig braucht gute Versorgung funktionierende Teams. Genau hier setzte das Projekt an.“

Immer mehr Pflegefachpersonen entscheiden sich inzwischen für ein Pflegestudium und bringen zusätzliche wissenschaftliche Kompetenzen mit, etwa in den Bereichen Pflegeforschung, Qualitätsentwicklung oder evidenzbasierte Versorgung. In der Praxis ist jedoch häufig noch nicht ausreichend geklärt, wie diese erweiterten Kompetenzen sinnvoll in bestehende Teamstrukturen eingebunden werden können.

„Pflege entwickelt sich stetig weiter – fachlich, wissenschaftlich und im Hinblick auf die Anforderungen im Klinikalltag. Deshalb ist es wichtig, unterschiedliche Kompetenzen im Team sichtbar zu machen und sinnvoll zusammenzuführen“, sagt Kathleen Gernandt, Pflegedirektorin des Klinikums Ernst von Bergmann. „Das Projekt hat gezeigt, wie wertvoll der Austausch zwischen beruflich und akademisch qualifizierten Pflegefachpersonen sein kann. Davon profitieren nicht nur die Teams, sondern vor allem auch unsere Patientinnen und Patienten.“

Auch für Johannes Wünscher, Projektleiter am Klinikum Ernst von Bergmann, stand die Zusammenarbeit im Zentrum: „Unser Ziel war nie ein Gegeneinander verschiedener Ausbildungswege, sondern ein besseres Miteinander. Denn am Ende profitieren vor allem die Patientinnen und Patienten davon, wenn Kompetenzen im Team optimal zusammenwirken.“

Im Verlauf des Projekts wurden unter anderem Workshops, Gesprächsformate und praxisnahe Entwicklungsansätze erarbeitet. Dabei standen die Erfahrungen der Pflegeteams selbst im Mittelpunkt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen künftig dazu beitragen, die Versorgung weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit im Klinikalltag nachhaltig zu stärken.

Für Patientinnen und Patienten kann dies bedeuten, dass Pflege fachlich gezielter, sicherer und stärker an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgerichtet wird. Akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen können beispielsweise dazu beitragen, neue pflegerische Erkenntnisse schneller in die Praxis zu übertragen oder komplexe Versorgungssituationen differenzierter zu analysieren. „Eine moderne Pflege braucht unterschiedliche Kompetenzen und Perspektiven“, betonte Johannes Wünscher. „Wenn Teams gut zusammenarbeiten und Wissen sinnvoll gebündelt wird, verbessert das unmittelbar die Versorgung der Menschen.“

Die Abschlussveranstaltung bot Fachvorträge, Workshops und Austauschformate für Pflegefachpersonen, Leitungskräfte und Forschungsinteressierte. Vorgestellt wurden dabei sowohl zentrale Projektergebnisse als auch konkrete Ansätze für die Umsetzung im klinischen Alltag. Mit KoNtAkT unterstreichen das Klinikum Ernst von Bergmann und die Evangelische Hochschule Bochum zugleich ihren Anspruch, Pflege aktiv weiterzuentwickeln und wissenschaftliche Erkenntnisse frühzeitig in die Versorgung zu überführen – mit Blick auf eine bessere Versorgung von Patientinnen und Patienten in Potsdam und Brandenburg.

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