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Ein Jahr Berufsregister für Pflegefachpersonen in Bayern: VdPB zieht erste Zwischenbilanz

Vor einem Jahr ist das Berufsregister für Pflegefachpersonen in Bayern gestartet. Ziel des Registers ist es, Kompetenzen, Qualifikationen und Einsatzbereiche der Profession Pflege erstmals systematisch sichtbar zu machen und damit eine verlässliche Datengrundlage für die Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgung im Freistaat zu schaffen. Nach zwölf Monaten zieht die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) nun eine erste Zwischenbilanz.

Ausgangspunkt für die Einführung war die Novellierung des Bayerischen Pflegendengesetzes. Mit Inkrafttreten von Artikel 7 des BayPfleG am 1. Juni 2025 wurden die Voraussetzungen geschaffen, bayerische Pflegefachpersonen systematisch zu erfassen. Von den geschätzt 220.000 beruflich Pflegenden in Bayern sind rund 170.000 Pflegefachpersonen verpflichtet, sich im Berufsregister der VdPB einzutragen.

Nach einem Jahr verzeichnet die VdPB bereits 41.000 Registrierungsanträge und kann auf Basis der bisher vorliegenden Eintragungen erste belastbare Aussagen treffen. Die Daten zeigen unter anderem, dass die Pflege in Bayern weiterhin überwiegend weiblich geprägt ist: 81 Prozent der registrierten Pflegefachpersonen sind Frauen. Auch die Altersverteilung entspricht weitgehend der allgemeinen Demografie der Erwerbstätigen. Zugleich macht das Register deutlich, dass in den kommenden Jahren ein erheblicher Teil der Pflegefachpersonen aus dem Beruf ausscheiden wird. Bei einem angenommenen Renteneintritt mit 67 Jahren werden mehr als 17 Prozent der bislang Registrierten innerhalb der nächsten zehn Jahre in den Ruhestand gehen.

„Der Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs ist bereits heute klar erkennbar. Das verdeutlicht, wie wichtig es ist, rechtzeitig wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die pflegerische Versorgung in Bayern langfristig zu sichern“, mahnt Rita Zöllner, Präsidentin der VdPB. Zugleich weist sie darauf hin, dass dabei noch nicht berücksichtigt sei, wie belastend der Pflegeberuf körperlich tatsächlich ist. Ob viele Pflegefachpersonen ihre Tätigkeit tatsächlich bis zum 67. Lebensjahr ausüben können, sei daher fraglich. Für Zöllner steht fest, dass der Pflegeberuf insgesamt attraktiver werden müsse. Dabei fehle es der Profession nach wie vor an ausreichender Anerkennung ihrer Kompetenzen.

Ein weiteres Ergebnis der bisherigen Auswertung betrifft die hohe Bildungsbereitschaft innerhalb der Profession. Mehr als elf Prozent der registrierten Pflegefachpersonen verfügen über mindestens eine Weiterbildung. Insgesamt bildet das Register derzeit mehr als 30 verschiedene Weiterbildungsabschlüsse ab. Auch das breite Tätigkeitsspektrum der Pflege wird sichtbar: Die beruflichen Einsatzfelder konzentrieren sich zwar vor allem auf Krankenhäuser sowie die stationäre Langzeit- und ambulante Pflege, zugleich werden im Register mehr als 13 unterschiedliche Tätigkeitsbereiche erfasst.

Aus Sicht der VdPB zeigen diese Zahlen nicht nur die Vielfalt der Qualifikationen und Einsatzorte in der Pflege, sondern auch die Bereitschaft vieler Pflegefachpersonen, über die Ausbildung hinaus zusätzliche Kompetenzen zu erwerben. Impulse dafür sieht die VdPB auch im Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP). „Die Kompetenzerweiterung ist ein bedeutender Schritt für die Profession. Zusätzlich bedarf es an mehr Autonomie bei der Ausübung der pflegerischen Praxis sowie eigenverantwortliches Arbeiten, um das Berufsbild langfristig aufzuwerten“, betont Zöllner.

Nach Einschätzung der VdPB knüpfen die bisherigen Registerdaten an die bereits 2023 veröffentlichte Monitoringstudie zum Pflegepersonalbedarf in Bayern an und weisen schon jetzt eine hohe Datenqualität und Aussagekraft auf. Um diese Grundlage weiter zu stärken, ruft die VdPB alle bayerischen Pflegefachpersonen dazu auf, ihrer Registrierungspflicht zeitnah und vollständig nachzukommen.

„Die bisher hohe Registrierungsbeteiligung freut uns sehr. Je umfangreicher die Datenbasis ist, desto gezielter können wir beispielsweise regionale Bedarfe erkennen und dringend notwendige Handlungserfordernisse valide herausarbeiten. Aus diesem Grund ist jeder einzelne Eintrag im Berufsregister wichtig. Daher rufen wir alle bayerischen Pflegefachpersonen dazu auf, der Registrierungspflicht nachzukommen – für die pflegerische Versorgungssicherheit in Bayern und die Weiterentwicklung der Profession Pflege“, so Zöllner.

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