Foto: stock.adobe.com - Bangun Stock Photo

Wissenschaftliche Begleitung des Kompetenzzentrums Digitalisierung und Pflege gestartet

Die Pflegebranche steht vor großen strukturellen und personellen Herausforderungen. Digitale Technologien gelten als wichtige Hebel, um Versorgungsprozesse zu verbessern, Pflegekräfte zu entlasten und die Qualität zu sichern. In der Praxis haben sich die Erwartungen an die Digitalisierung jedoch bislang nur eingeschränkt erfüllt. Um die digitale Transformation in der Pflege gezielter zu unterstützen, wurde beim GKV-Spitzenverband das Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege ins Leben gerufen. Mit dessen Evaluation hat nun das Saarbrücker Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso) begonnen – mit dem Ziel, Wirksamkeit und Weiterentwicklungspotenziale fundiert zu analysieren.

Bereits in den vergangenen Jahren wurden die politischen Bemühungen zur Stärkung der Digitalisierung in der Pflege im Rahmen der Digitalisierungsstrategie des Bundesministeriums für Gesundheit intensiviert. Diese zielt darauf ab, alle relevanten Akteursgruppen umfassend in ein digitales Gesundheitsökosystem einzubetten. Hierzu wurde über die Gesellschaft für Telematik (gematik) eine technische Infrastruktur aufgebaut und Vorgaben für deren sicheren Betrieb festgelegt. Darüber hinaus erfolgten vielfältige Maßnahmen des Gesetzgebers, um die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzubringen, etwa das Gesetz zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege (DVPMG) aus dem Jahr 2021, mit dem der Einsatz digitaler Pflegeanwendungen (DiPA), die Stärkung von Telemedizin und die digitale Vernetzung im Gesundheitswesen angestoßen wurden. Schließlich wurde mit dem Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG) im Jahr 2023 neben vielen anderen Maßnahmen die Einrichtung des Kompetenzzentrums Digitalisierung und Pflege beschlossen. 

Das Kompetenzzentrum ist beim GKV-Spitzenverband angesiedelt und soll die Implementierung einer digital unterstützten Pflege in Deutschland voranbringen. Zu den Aufgaben gehören die Analyse der Umsetzung digitaler Potentiale im Bereich der ambulanten und stationären Langzeitpflege, die Entwicklung von Empfehlungen für verschiedene Akteure mit dem Ziel der Weiterentwicklung der Digitalisierung in der Pflege sowie die Unterstützung des Wissenstransfers bei Themen der Digitalisierung in der Langzeitpflege. 

Neben dem Auftrag an das Kompetenzzentrum ist in § 125b SGB XI gesetzlich definiert, dass eine Evaluation der Qualität, der Kosten und der Wirksamkeit des Kompetenzzentrums durch unabhängige Sachverständige erfolgen soll. Diese Aufgabe wird nun vom iso-Institut in Saarbrücken übernommen. Dabei werden sowohl die Leistungsprozesse wie auch die Ergebnisse des Kompetenzzentrums analysiert. Der Umwandlungsprozess von Input (Ressourcen) in Output (Leistungen, entwickelte „Produkte“ und Angebote) sowie die Erreichung der Zielgruppen und sonstige angestoßene Veränderungen (Outcome) werden dabei in den Blick genommen. Auf Basis dieser Auswertungen werden bis 2027 dem Deutschen Bundestag jährliche Berichte über die Arbeit und die Ergebnisse des Kompetenzzentrums vorgelegt.

Zeige mir Aktuelles aus der Kategorie...


Sie möchten Pflegewissenschaft abonnieren?

Pflegewissenschaft ist die interntionale, peer-reviewte Fachzeitschrift für alle Berufe der Pflege. Sie möchte einen Beitrag für Wissenschaft, Forschung und Praxis des Pflegeberufes leisten sowie Praktikern konkrete Hilfen und Anregungen geben.

Bleiben Sie stets auf dem aktuellen Stand der Pflegeforschung:

Jetzt Probe lesen
CareLit Recherche-Impuls

Mehr zum Thema: Qualitätsmanagement Pflegeberufe Selbst Pflege Arbeitsbuch

5 relevante Treffer aus CareLit

Selbstverwaltung der Pflegeberufe Das National Council of State Boards of Nursing, Teil 2 Gerecke, S. · Die Schwester Der Pfleger, Melsungen · 1999 Der Autor beschreibt Aufgaben und Funktion der National Council of State Boards of Nursing. Diese Behörde ist das Selbstverwaltungsorgan für Pflegeberufe. Der NCSBN ist eine servic ... Mehr als Empathie Selbstmitgefühl für Pflegendeals Empathie Selbstmitgefühl für Pflegende Harlos, C. · Psychiatrische Pflege · 2025 Die vorliegende Scoping Review von Christina Harlos untersucht Interventionsprogramme für Selbstmitgefühl in Pflegeberufen und deren Wirksamkeit. Angesichts der hohen psychischen B ... Pflegeberufe: Neues Selbstverständnis Hibbeler, B. · Deutsches Ärzteblatt · 2006 Die Pflegeberufe in Deutschland stehen vor Herausforderungen wie Nachwuchssorgen und unzureichenden Arbeitsbedingungen. Pflegekräfte streben eine Aufwertung ihres Berufsbildes an u ... Selbstverwaltung der Pflegeberufe Ein Weg zurück in die internationale Pflegegemeinschaft, Teil 4 Gerecke, S. · Die Schwester Der Pfleger, Melsungen · 1999 Der Beitrag befaßt sich mit der internationalen beziehungsweise globalen Sichtweise der Entwicklung der Pflegeberufe. Der Autor geht dabei unter anderem auf die ICN-Situation 1999 ... Professionalisierung der Pflege mit oder ohne Selbstverwaltung? Girndt, A. · PflegeImpuls, Starnberg · 2002 In den Pflegeberufen wird immer häufiger das Verlangen nach einem Selbstverwaltungsorgan in Form einer Pflegekammer zum Ausdruck gebracht. Pflegende sind nicht ausreichend an polit ...
CareLit
Weitere Informationen und über 201.344 Treffer
finden Sie in der CareLit Workbench. Ideal für vertiefende Recherche, Analyse und Literaturarbeit.
Workbench öffnen