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Rudolf Likar, Günther Bernatzky, Svetlana Geyrhofer, Bärbl Buchmayr (Hrsg.)

Multimodale Schmerztherapie in der Pflege

Springer Berlin, Heidelberg, 1. Auflage 2025, 507 Seiten, 49,99 € (Print) / 39,99 € (E-Book), ISBN 978-3-662-68955-4 (Print) / 978-3-662-68956-1 (E-Book)

Mit dem Werk Multimodale Schmerztherapie in der Pflege legen die Herausgebenden ein umfassendes Fachbuch vor, das den Anspruch erhebt, die Vielschichtigkeit moderner Schmerztherapie aus pflegerischer Perspektive systematisch darzustellen. Angesichts der hohen Relevanz von Schmerz als zentrales pflegerisches Phänomen positioniert sich das Buch an der Schnittstelle von medizinischer, pflegerischer und komplementärer Versorgung und verfolgt dabei konsequent einen multiprofessionellen Ansatz.

Bereits beim ersten Zugriff wird deutlich, dass es sich um ein Werk mit erheblichem Umfang und inhaltlicher Tiefe handelt. Das Buch vereint Beiträge aus unterschiedlichen Disziplinen (u.a. Pflege, Medizin, Psychologie, Physiotherapie) und spiegelt damit die Realität multimodaler Schmerztherapie wider. Der thematische Bogen reicht von grundlegenden Überlegungen zur Schmerzentstehung und -wahrnehmung über rechtliche Rahmenbedingungen und Assessmentverfahren bis hin zu spezifischen Interventionsformen in unterschiedlichen Versorgungssettings.

Besonders hervorzuheben ist die inhaltliche Breite des Werkes. Neben klassischen medizinischen und pflegerischen Ansätzen werden zahlreiche komplementäre Verfahren dargestellt, darunter Aromapflege, Akupressur, Entspannungsverfahren, Musiktherapie oder Wickel und Kompressen. Auch technische Verfahren wie TENS oder Lasertherapie finden Berücksichtigung. Ergänzt wird dies durch psychosoziale Ansätze, die etwa Achtsamkeit, Humor oder kommunikative Strategien in den Fokus rücken. Diese Vielfalt trägt dem Anspruch Rechnung, Schmerz nicht als rein physiologisches, sondern als biopsychosoziales Phänomen zu verstehen.

Die wissenschaftliche Fundierung des Buches wird durch die Einbindung aktueller Leitlinien, insbesondere von S3-Leitlinien, sowie durch die Orientierung an pflegerischen Expertenstandards gestützt. Gleichzeitig gelingt es den Autorinnen und Autoren, die theoretischen Grundlagen in einen praxisnahen Kontext zu überführen. Zahlreiche Fallvignetten ermöglichen es, komplexe Zusammenhänge auf konkrete Pflegesituationen zu übertragen und fördern so das Verständnis für die Anwendung im klinischen Alltag.

Auch aus didaktischer Perspektive überzeugt das Werk in weiten Teilen. Die Inhalte sind klar strukturiert und folgen einer nachvollziehbaren Gliederung, die sich von grundlegenden Aspekten über Assessmentverfahren bis hin zu konkreten Interventionen entwickelt. Die einzelnen Kapitel sind konsistent aufgebaut und schließen häufig mit zusammenfassenden Abschnitten sowie weiterführender Literatur. Ein umfangreiches Stichwortverzeichnis erleichtert zusätzlich die gezielte Nutzung als Nachschlagewerk.

Das Layout unterstützt den Wissenstransfer durch den Einsatz von Abbildungen, Tabellen und grafischen Darstellungen. Praktische Anwendungen, etwa die Platzierung von Elektroden oder der Durchführung bestimmter Interventionen, werden durch visuelle Elemente verdeutlicht. Gleichzeitig wirkt die Gestaltung insgesamt eher nüchtern und zurückhaltend, was in Kombination mit der hohen Informationsdichte stellenweise zu einer gewissen textlichen Schwere führen kann.

Insgesamt zeigt sich das Werk als ausgesprochen umfassend und differenziert. Die Verbindung von wissenschaftlicher Fundierung, multiprofessioneller Perspektive und praxisnaher Darstellung gelingt überzeugend. Zugleich stellt die thematische Breite eine Herausforderung dar: Die Vielzahl an Methoden und Ansätzen erfordert von den Leserinnen und Lesern ein gewisses Maß an Vorwissen und die Fähigkeit, die dargestellten Inhalte kritisch einzuordnen – insbesondere im Hinblick auf die unterschiedliche Evidenzlage einzelner Verfahren.

Fazit:
Multimodale Schmerztherapie in der Pflege ist ein umfangreiches und inhaltlich anspruchsvolles Fachbuch, das sich als Standardwerk für die pflegerische Auseinandersetzung mit Schmerz positioniert. Die große Stärke liegt in der konsequenten multiprofessionellen Perspektive und der Verbindung von Theorie und Praxis. Für Pflegefachpersonen, Lehrende und Studierende bietet das Buch eine fundierte Grundlage sowie zahlreiche Anregungen für den klinischen Alltag. Trotz kleinerer Einschränkungen in der gestalterischen Umsetzung überzeugt das Werk insgesamt durch seine inhaltliche Tiefe und systematische Aufbereitung.

Eine Rezension von Simon Ludwig-Pricha

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